Archiv für Januar 2012

Auf der Suche nach Hoffnung — „Das blaue, blaue Meer“

Am 25.01.2012 hat das Gost­ner Hof­thea­ter in Nürn­berg die Pre­miere von „Das blaue, blaue Meer“ gefei­ert. Ein Stück, das im Gedächt­nis bleibt.

Es gibt einen Tag im Novem­ber, da ist der Him­mel so klar wie sonst nie, und da kann man die Sterne sehen, auch in der her­un­ter­ge­kom­me­nen grauen Plat­ten­bau­sied­lung in der Darko lebt, säuft, ver­zwei­felt. Nur ein­mal die­sen Him­mel sehen, das ist sein Traum.

Motte wäh­rend­des­sen, möchte ans Meer, nach Nor­we­gen, denn da ist das Meer so blau wie nir­gendwo sonst. Blauer als auf jeder Karibik-Postkarte! Und außer­dem Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Wenn der Opa Haue kriegt…

Alt wer­den ist doof, erwach­sen wer­den noch viel schlimmer!

Es gibt die­sen einen Zustand der Zufrie­den­heit und des Glücks, mit dem man oft nach einem gelun­ge­nen Thea­ter­abend oder einem Kino­be­such nach Hause gehen darf. Die Geschichte ist dann stim­mig, die Schau­spie­ler gut und der Schluss befrie­digt den Wunsch nach Happy End. Das muss aber nicht sein, denn ein Thea­ter­stück ist ja keine Gute­n­acht­ge­schichte.
So hin­ter­lässt „Der Mann der die Welt aß“, von Johan­nes Wen­zel in Szene gesetzt, beim Zuschauer ein eher mul­mi­ges Gefühl und weckt den Wunsch den Mit­men­schen für einige Zeit bes­ser nicht zu nahe zu kom­men. Denn man­che Per­so­nen schei­nen Gift für ihre Umwelt zu sein!
So zum Bei­spiel der „Sohn“ in Nis-Momme Stock­manns Tra­gi­ko­mö­die, die am 21. Januar 2012 im Thea­ter in der Garage in Erlan­gen Pre­miere fei­erte. Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Kulturgut vs. Wirtschaftsgut

Was haben ein Die­ter Boh­len und eine Daniela Kat­zen­ber­ger gemein­sam? Sie sind zwar da, aber wenn nicht, würde sie dann jemand ver­mis­sen? Womög­lich nein. Aber: Die Zwei hat­ten auch das Pri­vi­leg erhal­ten, ein Buch ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen.  Ohne den oben genann­ten Per­so­nen, oder den­je­ni­gen, die frü­her oder spä­ter im Dschun­gel­camp oder auf der Alm lan­den, oder zumin­dest die Vor­aus­set­zun­gen dafür erfül­len, zu nahe tre­ten zu wol­len: Was haben diese Per­so­nen Deutsch­land oder der Welt schon zu erzäh­len? Die­ter Boh­len ist zwar ein erfolg­rei­cher Geschäfts­mann, der es in sei­nem Leben wei­ter als viel­leicht manch ande­rer gebracht hat, aber wen inter­es­siert schon „Nichts als die Wahr­heit“ über Die­ters Leben, ver­letzt an sei­nem bes­ten Stück oder im Bett mit Feld­busch und Co.? Wer möchte das wis­sen? Oder die Doppel-D-Blondine, die es irgend­wie ins TV schaffte und uns nun, mit Mitte Zwan­zig, mit ihrem Buch beleh­ren möchte: „Sei schlau, stell dich dumm“! Den Rest des Ein­trags lesen. »

Ein Herz im Pilsglas

Kett­car im E-Werk, 20.01.2012

Kett­car: Der Kuchen ist ver­teilt, die Krü­mel wer­den knapp

Man­che Dinge sind unfair, denkt man. Wieso bei deutsch­spra­chi­gen Bands immer mehr Wert auf die Texte gelegt wird, als auf die Musik, die Songs, die Melo­dien, zum Bei­spiel. Eine deut­sche Eigen­tüm­lich­keit, schließ­lich ist ja da die böse Ver­mu­tung, alles könne doch irgend­wie nach Schla­ger klin­gen und dann hört man doch bes­ser eng­li­sche Zei­len, weil die not­wen­dige Dis­tanz zum Gesag­ten dort immer beste­hen bleibt, auch wenn jedes Wort ver­stan­den wird. Und des­halb man­che Sachen auf deutsch ein­fach nicht zumut­bar sind, auch wenn eng­li­sche Pen­dants mehr oder min­der das­selbe sin­gen (und wes­halb man froh ist, dass Bands wie die Beatsteaks doch bes­ser  auf eng­lisch sin­gen). Abseits die­ser grund­sätz­li­chen Unge­rech­tig­keit gibt es aber noch andere Gründe dafür, warum der Fokus bei sämt­li­chen ernst zu neh­men­den deutsch­spra­chi­gen Gitar­ren­bands eben bei den Tex­ten liegt: Ihre Musik allein (sieht man von den jewei­li­gen indi­vi­du­el­len Stim­men ab) klingt so Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Auf Beckett gewartet: Das Spiel ist Spiel

Das War­ten hatte ein Ende: Am 14.01.2012 fei­erte das Mark­graf­en­thea­ter seine Pre­miere von Samuel Becketts „War­ten auf Godot“. Die Gäste waren zahl­reich erschie­nen, samt zweier re>flex-Redakteure, die der Erlan­ger Auf­füh­rung des schöns­ten unlös­ba­ren Streich­holz­rät­sels der Thea­ter­kiste bei­woh­nen durften.

Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn die Auf­füh­rung ein­fach nicht begin­nen würde. Wenn nicht gleich zwei Schau­spie­ler die Bühne betre­ten wür­den. Wir wür­den zunächst gar nichts bemer­ken. Im Gespräch mit meinem

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Nackte Kreatürlichkeit. Christoph Mehlers polarisierender Woyzeck — ein Rückblick

Es war uns bereits zu Ohren gekom­men: Mit Chris­toph Meh­lers Woyzeck hatte es sich wohl ein wenig um das gehan­delt, was in unse­ren Büchern als „Skan­dal­in­sze­nie­rung“ bezeich­net wird. Was aber macht so einen Skan­dal aus? Wir haben jetzt keine Defi­ni­tion nach­ge­schla­gen,  haben aber trotz­dem eine Ver­mu­tung: Dass bei der Pre­miere von Woyzeck am 17.12.2011 einige Rei­hen an Zuschau­ern den Thea­ter­saal ver­lie­ßen, scheint zumin­dest in Rich­tung der Bezeich­nung „Skan­dal“ zu gehen. Oder sagen wir „Skan­däl­chen“. Wohl auch die Tat­sa­che, dass die, die blie­ben, Berich­ten zufolge nicht nur applau­dier­ten. „Buh“-Rufe wur­den den Ensem­ble­mit­glie­dern, allen voran Woyzeck-Darsteller Ste­fan Lorch, neben „Bra­vos“ ent­ge­gen­ge­schmet­tert, Türen wur­den knal­lend zuge­wor­fen und Jour­na­lis­ten schrie­ben hin­ter­her Kri­ti­ken, die sich alles andere als gli­chen. Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Die Jungfilmer von nebenan…

Die Film-Crew von der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule und ihre Schauspieler

Die Film-Crew von der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule und ihre Schau­spie­ler: v.l.n.r.: Simon Bege­mann, Mario Jasko, Sig­run De Leyra (Mut­ter), Ste­phan Men­zel Gehrke (Vater), Christa Schrei­ber (Oma), Rafaela Mit­so­lidou (Kind), Artem Selen­nov, Julia Krot­zek, Alex­an­der Bar­tosch, Andreas Wei­ner, Alex­an­der Dann­hau­ser, Andrea Kies­ser und Nicole Krüger

Totale: Fünf junge Leute ste­hen in einer unbe­wohn­ten Küche. Nicole Krü­ger hat noch den Lap­pen in der Hand, mit dem sie gerade einen alten Gas­herd auf Hoch­glanz poliert hat. Mit ihrer Bal­lon­mütze erin­nert sie ein wenig an Sho­sanna, die film­ver­liebte Kino­be­sit­ze­rin aus „Ing­lo­rious Bas­tards“.  Julia Krot­zek, die Pro­du­zen­tin, steht neben ihr und blickt mit leuch­ten­den Augen am Set herum.  Die gesamte Crew wirkt enthu­si­as­tisch und auf­ge­kratzt. Vor ihr liegt das erste lange Wochen­ende 2012 — ein Wochen­ende voll kno­chen­har­ter Arbeit. Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Ziemlich beste Freunde“ – ziemlich bester Film!

Ges­tern, Mon­tag, war im manhattan-Kino von Erlan­gen wie­der Stu­den­ten­tag. Und die kamen zahl­reich. Sehr gute Ent­schei­dung, denn seit letz­tem Don­ners­tag läuft dort der super char­mante Film „Ziem­lich beste Freunde“. Von die­sem ziem­lich nicht­sa­gen­den Titel darf man sich aber in die­sem Fall nicht abschre­cken las­sen. Nein, es lohnt sich wirk­lich! Den Rest des Ein­trags lesen. »

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Nürndorf-Blog III: Democrazy? Die Antworten der Straße

 

Auch in einer Stadt wie Nürn­berg trifft man sich: Beim Ziga­ret­ten­au­to­ma­ten, auf Trö­del­märk­ten, im ita­lie­ni­schen Super­markt, beim Latte im Stra­ßen­café, auf Aus­stel­lun­gen, im Thea­ter, beim Enten­füt­tern an der Peg­nitz, in der klei­nen Kneipe um die Ecke. Was macht das ver­meint­lich bunte, urbane Leben aus? Wieso lau­fen einem immer wie­der die­sel­ben Men­schen über den Weg? Wel­che Geschich­ten kann man beim unge­rich­te­ten Schlen­dern durch die Stadt finden?

Re>flex-Redakteurin Pia Lubig ist vor kur­zem im Stadt­teil Gos­ten­hof gelan­det. Nach­dem der Ruck­sack aus­ge­packt wurde, nimmt sie euch mit zu traum­wand­le­ri­schen Stadt­spa­zier­gän­gen, ohne zunächst zu wis­sen, was Ziel die­ser Suche ist.

Folgt dem neu­gie­ri­gen und den­noch ziel­lo­sen Blick einer Fla­neu­rin durch Nürndorf…

 

Für die soziale Revo­lu­tion“ steht da an der Wand. An wel­cher Ecke ist das?

Ich frage mich, wie die Revo­lu­tion — durch die Brille des Spray­ers geblin­zelt — aus­se­hen sollte und vor allem in wel­chen Berei­chen sie vom Schöp­fer des Sprüh­wer­kes gedacht wurde. Doch ist die­ser Aus­spruch am Rande der Stadt wirk­lich reprä­sen­ta­bel? Was macht die deut­sche Demo­kra­tie für ihre Bür­ger aus? Wie zufrie­den sind Deutsch­lands Wäh­ler? Den Rest des Ein­trags lesen. »

Heult doch — Über eine Generation und ihre Luxusprobleme

Alles, was ich will, ist, nichts mit euch zu tun haben“. Mit die­sem Zitat von Toco­tro­nic steigt die Auto­rin Meredith Haaf in ihr Buch ein, indem es darum geht eine Gene­ra­tion zu beschrei­ben. Ihre Gene­ra­tion — unsere Gene­ra­tion! Jahr­gang 1983, stu­dierte sie in Mün­chen Geschichte und Phi­lo­so­phie, arbei­tet als freie Jour­na­lis­tin (unter ande­rem für NEON und SZ Maga­zin) und ist Mit­au­to­rin des preis­ge­krön­ten Blogs „maedchenmannschaft.net“. Den Rest des Ein­trags lesen. »